Welche Vorteile bietet ein 1-Kreditor-Modell in der indirekten Beschaffung?

August 18, 2026

Warum ein zentraler Kreditor gerade bei kleinen und unregelmäßigen Bedarfen Prozesskosten senkt, Stammdaten entlastet und die indirekte Beschaffung einfacher skalierbar macht.

TL;DR
  • Prozesskosten statt nur Einkaufspreise optimieren: Gerade bei kleinen Einmalbedarfen können Lieferantenanlage, Prüfung und Rechnungsabwicklung einen erheblichen Teil der tatsächlichen Beschaffungskosten ausmachen.
  • Ein Kreditor statt vieler Einmallieferanten: Unterschiedliche Anbieter lassen sich über eine zentrale Kreditorenbeziehung abwickeln. Das hält ERP und Stammdaten schlanker und reduziert den Verwaltungsaufwand.
  • Mehr Effizienz ohne Verlust von Kontrolle: Standardisierte Compliance-Prozesse, weniger Maverick Buying und eine skalierbare Abwicklung machen das Modell besonders für den Long Tail der indirekten Beschaffung interessant.
Lesen Sie dies, wenn
... Sie wissen wollen, welche Vorteile ein zentraler Kreditor in der indirekten Beschaffung konkret bringt und wo seine Grenzen liegen.
Welche Vorteile bietet ein 1-Kreditor-Modell in der indirekten Beschaffung?

In der indirekten Beschaffung liegt das größte Einsparpotenzial nicht immer im Einkaufspreis. Gerade bei kleinen, unregelmäßigen Bedarfen können die internen Prozesskosten den eigentlichen Warenwert schnell relativieren. Ein spezielles Ersatzteil wird kurzfristig benötigt, für die Instandhaltung fehlt ein bestimmtes Werkzeug oder eine Fachabteilung braucht ein Produkt, das bei keinem bestehenden Lieferanten verfügbar ist. Der Anbieter ist häufig schnell gefunden, doch damit beginnt erst der aufwendige Teil des Vorgangs. Der neue Lieferant muss geprüft, im System angelegt und freigegeben werden, Stammdaten müssen erfasst werden, die Bestellung muss den vorgesehenen Prozess durchlaufen und später folgen Rechnungsprüfung und Zahlung. Das alles für einen Lieferanten, bei dem das Unternehmen möglicherweise nie wieder bestellt.

Genau an dieser Stelle setzt das 1-Kreditor-Modell an. Es bündelt Bestellungen bei unterschiedlichen Anbietern über einen zentralen Kreditor und schafft damit eine einheitliche Schnittstelle zwischen dem einkaufenden Unternehmen und einer Vielzahl von Lieferanten. Der tatsächliche Anbieter der Ware kann von Bestellung zu Bestellung wechseln, im ERP- und Kreditorenprozess des Unternehmens bleibt die Struktur jedoch gleich. Besonders bei Einmalbedarfen und kleinteiligen indirekten Beschaffungen lässt sich dadurch ein erheblicher Teil des administrativen Aufwands vermeiden.

Was ist ein 1-Kreditor-Modell?

Bei einem 1-Kreditor-Modell werden Beschaffungsvorgänge bei unterschiedlichen Lieferanten über einen zentralen Kreditor abgewickelt. Dieser übernimmt die operative Abwicklung mit den jeweiligen Anbietern, während das einkaufende Unternehmen mit einer einheitlichen Kreditorenbeziehung arbeitet. Dadurch können auch Produkte bei bislang unbekannten oder nur einmal benötigten Lieferanten beschafft werden, ohne für jeden Anbieter einen vollständigen neuen Kreditorenprozess im eigenen Unternehmen auszulösen.

Entscheidend ist dabei die Abgrenzung zur klassischen Lieferantenkonsolidierung. Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Warengruppen dauerhaft bei einem einzigen Anbieter einzukaufen oder strategische Lieferantenbeziehungen zu ersetzen. Vielmehr wird die administrative Abwicklung von Bedarfen gebündelt, für die eine eigene Lieferantenbeziehung wirtschaftlich kaum sinnvoll wäre.

Das betrifft einen Bereich, der im Einkauf leicht unterschätzt wird. Viele dieser Bestellungen sind einzeln betrachtet klein. In ihrer Gesamtheit verursachen sie jedoch einen beträchtlichen Aufwand. Gerade Unternehmen mit komplexen technischen Anforderungen, mehreren Standorten oder dezentral entstehenden Bedarfen haben es schnell mit Hunderten verschiedenen Anbietern zu tun, die jeweils nur für wenige oder sogar nur für eine einzige Bestellung benötigt werden.

Prozesskosten werden bei kleinen Bestellungen zum entscheidenden Faktor

Bei strategischen Beschaffungsvolumina lohnt es sich, intensiv über Einkaufspreise, Konditionen und Lieferanten zu verhandeln. Bei einem Einmalbedarf über wenige Hundert Euro sieht die Rechnung anders aus. Hier kann eine Einsparung von fünf oder zehn Prozent beim Produktpreis deutlich weniger bewirken als eine effizientere interne Abwicklung.

Denn eine Bestellung besteht nicht nur aus dem Klick auf einen Bestellbutton. Bevor ein bislang unbekannter Lieferant genutzt werden kann, müssen abhängig von der Organisation verschiedene interne Prozesse durchlaufen werden. Daten werden angefordert und erfasst, Zuständigkeiten geprüft, Freigaben eingeholt, Compliance-Anforderungen erfüllt und der Kreditor im ERP angelegt. Nach der Bestellung folgen Wareneingang, Rechnungsprüfung, Kontierung und Zahlung. Hinzu kommen Rückfragen und Abstimmungen zwischen Bedarfsträger, Einkauf, Buchhaltung und gegebenenfalls weiteren Abteilungen.

In der Praxis lassen sich bei entsprechenden Beschaffungsvorgängen Prozesskosten von bis zu 500 Euro pro Bestellung vermeiden. Das macht deutlich, warum die Betrachtung des reinen Bestellwerts zu kurz greift. Kostet ein benötigtes Produkt beispielsweise 300 Euro, können die internen Kosten seiner Beschaffung im ungünstigen Fall ähnlich hoch oder sogar höher sein als der Warenwert selbst.

Welchen Effekt die Standardisierung solcher Vorgänge haben kann, zeigt das Beispiel Witzenmann. Dort entstehen rund 300 Einmalbedarfe pro Jahr mit einem durchschnittlichen Bestellwert von etwa 260 Euro. Vor der Umstellung lagen die Prozesskosten bei bis zu 140 Euro pro Vorgang. Durch die gebündelte Abwicklung konnten diese Kosten um rund 85 Prozent reduziert werden. Über das Jahr ergibt sich daraus ein erhebliches Einsparpotenzial, ohne dass dafür der Preis der beschafften Produkte selbst gesenkt werden muss.

Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Einkaufsoptimierungen. Das 1-Kreditor-Modell setzt nicht primär beim Produktpreis an, sondern bei den Kosten, die entstehen, damit ein vergleichsweise kleiner Bedarf überhaupt regelkonform durch die Organisation gelangt.

Weniger Kreditoren bedeuten schlankere Stammdaten

Die Kreditorenanlage ist dabei nicht nur im Moment der Bestellung relevant. Jeder neue Lieferant hinterlässt einen Datensatz, der langfristig Teil der Systemlandschaft wird. Unternehmens- und Adressdaten, Zahlungsinformationen, steuerliche Angaben, Ansprechpartner und weitere Informationen müssen korrekt erfasst und gegebenenfalls aktualisiert werden.

Bei regelmäßig genutzten Lieferanten ist dieser Aufwand sinnvoll. Problematisch wird es bei Einmallieferanten. Hier investiert das Unternehmen in Anlage, Prüfung und Pflege eines Datensatzes, obwohl die Geschäftsbeziehung möglicherweise nach einer Bestellung endet.

Über Jahre können so umfangreiche Lieferantenstämme entstehen, in denen zahlreiche Kreditoren kaum noch oder gar nicht mehr genutzt werden. Das erschwert nicht nur die Übersicht, sondern führt zu zusätzlichem Aufwand bei Datenbereinigung, Dublettenprüfung, Sperrungen und internen Kontrollen. Je größer und heterogener der Lieferantenstamm wird, desto schwieriger wird es zudem, eine dauerhaft hohe Datenqualität sicherzustellen.

Das 1-Kreditor-Modell verändert diese Logik. Die Vielfalt der tatsächlich genutzten Anbieter muss nicht mehr eins zu eins im Kreditorenstamm des einkaufenden Unternehmens abgebildet werden. Für die gebündelten Einmalbedarfe bleibt eine zentrale Kreditorenbeziehung bestehen. Das reduziert die Zahl neuer Stammdatensätze und entlastet damit nicht nur den Einkauf, sondern ebenso Buchhaltung, Finance, IT und andere Bereiche, die an der Lieferantenanlage und -verwaltung beteiligt sind.

Dieser Effekt wird umso relevanter, je höher die Zahl der Einmalbedarfe ist. Aus 500 Bestellungen bei 300 unterschiedlichen Anbietern müssen nicht zwangsläufig 300 neue Kreditoren im eigenen ERP entstehen.

Compliance wird standardisiert statt bei jedem Lieferanten neu organisiert

Ein neuer Lieferant ist gleichzeitig ein neuer Geschäftspartner. Unternehmen müssen deshalb sicherstellen, dass auch kurzfristige und kleine Beschaffungen ihre internen Compliance-Anforderungen erfüllen. Abhängig von Branche, Unternehmensgröße und internen Vorgaben können dazu beispielsweise Identitäts- und Unternehmensprüfungen, Sanktionsprüfungen oder weitere Freigabeschritte gehören.

Gerade hier entsteht bei Einmalbedarfen ein Spannungsfeld. Der Bedarf ist häufig dringend und der Bestellwert niedrig, die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Beschaffung verschwinden deshalb aber nicht. Im Gegenteil: Wird der reguläre Prozess als zu langsam empfunden, steigt das Risiko, dass alternative Wege gesucht werden.

Ein 1-Kreditor-Modell reduziert die Komplexität innerhalb der eigenen Organisation, indem es eine zentrale, geprüfte Struktur schafft. Anstatt für jeden einzelnen Anbieter einen neuen Kreditorenprozess im eigenen System aufzusetzen, erfolgt die Abwicklung über eine einmal definierte Kreditorenbeziehung.

Das verbessert gleichzeitig die Nachvollziehbarkeit. Für Audits oder interne Kontrollen ist es deutlich einfacher, einen standardisierten Prozess zu dokumentieren als eine Vielzahl unterschiedlich entstandener Einzellösungen nachträglich zu rekonstruieren. Gerade in größeren Organisationen kann diese Transparenz ein wichtiger Vorteil sein.

Ein 1-Kreditor-Modell bedeutet deshalb nicht weniger Kontrolle. Im Idealfall entsteht das Gegenteil: Die Kontrolle wird standardisiert und lässt sich konsequenter in einen wiederholbaren Prozess integrieren.

Ein schneller regulärer Prozess reduziert Maverick Buying

Maverick Buying wird häufig vor allem als Compliance- oder Disziplinproblem betrachtet. Mitarbeitende kaufen außerhalb bestehender Verträge, umgehen den Einkauf oder nutzen nicht vorgesehene Bestellwege. Dahinter steckt jedoch nicht immer die Absicht, Regeln zu umgehen. Häufig ist der reguläre Prozess für kleine und dringende Bedarfe schlicht unverhältnismäßig aufwendig.

Wenn ein Techniker ein Ersatzteil benötigt, das nur bei einem spezialisierten Anbieter erhältlich ist, steht für ihn zunächst die Verfügbarkeit im Mittelpunkt. Muss vor der Bestellung ein mehrstufiger Lieferanten-Onboarding-Prozess durchlaufen werden, entsteht ein praktischer Anreiz, nach einem schnelleren Weg zu suchen. Das kann eine Bestellung über eine Firmenkreditkarte sein, eine nachträgliche Kostenerstattung oder eine andere Lösung außerhalb des vorgesehenen Einkaufsprozesses.

Damit entsteht ein paradoxer Effekt: Je schwerfälliger ein Unternehmen versucht, einzelne kleine Beschaffungen zu kontrollieren, desto größer kann der Anreiz werden, genau diese Strukturen zu umgehen.

Ein 1-Kreditor-Modell kann dieses Problem an der Ursache adressieren. Der regelkonforme Beschaffungsweg wird schneller, weil nicht bei jedem neuen Anbieter dieselbe administrative Kette ausgelöst werden muss. Der Bedarfsträger bekommt weiterhin Zugang zu dem benötigten Produkt, während Einkauf und Finance die Transaktion innerhalb einer kontrollierten Struktur behalten.

Damit wird Prozessgeschwindigkeit selbst zu einem Instrument gegen Maverick Buying. Ein Einkaufsprozess, der für den Anwender funktioniert, muss deutlich seltener umgangen werden.

Das Modell skaliert mit der Zahl der Bestellungen, nicht mit der Zahl der Lieferanten

Bei wenigen Einmalbedarfen pro Jahr lässt sich ein ineffizienter Prozess oft noch durch manuelle Arbeit auffangen. Das Problem wird sichtbar, sobald das Volumen steigt. Aus zehn neuen Lieferanten werden 100, aus 100 werden mehrere Hundert. Jeder zusätzliche Kreditor erzeugt dabei potenziell weitere Prüf-, Anlage- und Verwaltungsprozesse.

Das 1-Kreditor-Modell entkoppelt die Zahl der Bestellungen von der Zahl der Kreditoren, die im eigenen Unternehmen verwaltet werden müssen. Ob über die Struktur zehn, 100 oder 1.000 Einmalbedarfe abgewickelt werden, die grundlegende Schnittstelle bleibt dieselbe.

Das ist insbesondere für wachsende Unternehmen relevant. Neue Standorte, zusätzliche Fachbereiche oder eine zunehmende Spezialisierung führen häufig dazu, dass auch die Vielfalt indirekter Bedarfe zunimmt. Ohne eine andere Prozesslogik wächst der administrative Aufwand mit. Mit einem zentralen Kreditor kann dagegen ein wesentlich größerer Long Tail an Lieferanten abgedeckt werden, ohne den eigenen Kreditorenstamm im gleichen Verhältnis auszubauen.

Damit lässt sich auch die Arbeitsteilung im Einkauf klarer gestalten. Strategische Einkäufer müssen ihre Zeit nicht auf Hunderte Lieferanten mit minimalem Einkaufsvolumen verteilen, sondern können sich stärker auf relevante Warengruppen, Verhandlungen, Versorgungssicherheit und strategische Lieferantenbeziehungen konzentrieren.

Ein 1-Kreditor-Modell ist nicht für jede Beschaffung die richtige Lösung

Gerade weil das Modell bei Einmalbedarfen erhebliche Vorteile bieten kann, ist eine klare Abgrenzung wichtig. Ein 1-Kreditor-Modell sollte nicht mit dem Anspruch eingesetzt werden, möglichst sämtliche Lieferantenbeziehungen eines Unternehmens zu ersetzen.

Bei strategischen Warengruppen, hohen wiederkehrenden Einkaufsvolumina oder Serienbedarfen bleibt die direkte Zusammenarbeit mit Lieferanten sinnvoll. Hier geht es nicht nur um die administrative Abwicklung einer Bestellung, sondern um Preisverhandlungen, Rahmenverträge, Qualitätsmanagement, Versorgungssicherheit, Lieferantenentwicklung und langfristige Konditionen. In diesen Bereichen würde eine zusätzliche Zwischenebene nicht automatisch einen Mehrwert schaffen.

Anders sieht es beim sogenannten Long Tail der Beschaffung aus. Dort stehen einer großen Zahl von Lieferanten vergleichsweise geringe individuelle Einkaufsvolumina gegenüber. Genau in diesem Bereich kann der Aufwand für Lieferantenmanagement und Transaktionsabwicklung überproportional hoch sein.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob ein Unternehmen alle Lieferanten über einen einzigen Kreditor abwickeln sollte. Sinnvoller ist die Frage, ab welchem Einkaufsvolumen und welcher Bestellhäufigkeit eine direkte Lieferantenbeziehung wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Für strategische und regelmäßig genutzte Lieferanten kann die Antwort eindeutig Ja lauten. Für einen Anbieter, bei dem einmalig ein Produkt für 180 Euro gekauft wird, fällt die Rechnung häufig anders aus.

Der größte Hebel liegt häufig nicht im Preis

Indirekte Beschaffung hat ein strukturelles Problem: Kleine Bestellungen wirken einzeln betrachtet wirtschaftlich wenig relevant. Dadurch bleiben die dahinterliegenden Prozesskosten häufig unsichtbar. Erst wenn sämtliche Einmalbedarfe eines Jahres gemeinsam betrachtet werden, zeigt sich, wie viel Arbeitszeit und administrativer Aufwand in diesem Bereich gebunden werden.

Ein 1-Kreditor-Modell verschiebt deshalb den Blick vom einzelnen Einkaufspreis auf die Gesamtkosten eines Beschaffungsvorgangs. Nicht nur die Frage „Was kostet das Produkt?“ ist entscheidend, sondern auch „Was kostet es uns, dieses Produkt regelkonform zu beschaffen?“.

Gerade bei kleinen und unregelmäßigen Bedarfen kann die zweite Zahl entscheidender sein als die erste.

Ein zentraler Kreditor reduziert die Notwendigkeit, für jeden Anbieter neue Strukturen im Unternehmen aufzubauen. Stammdaten bleiben schlanker, Compliance-Prozesse werden standardisiert, Einmalbedarfe lassen sich schneller abwickeln und der Einkauf muss seine Ressourcen nicht auf eine stetig wachsende Zahl von Kleinstlieferanten verteilen.

Das macht das 1-Kreditor-Modell nicht zum Ersatz für strategischen Einkauf. Es schafft vielmehr eine klare Trennung zwischen Lieferantenbeziehungen, die strategische Aufmerksamkeit verdienen, und Beschaffungsvorgängen, bei denen vor allem eine effiziente, sichere und skalierbare Abwicklung gefragt ist.

Für Unternehmen lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den eigenen Long Tail. Wie viele Lieferanten werden nur ein- oder zweimal pro Jahr genutzt? Wie hoch ist der durchschnittliche Bestellwert bei diesen Kreditoren? Wie viele interne Prozessschritte löst eine Neuanlage aus? Und wie viel Arbeitszeit wird für Vorgänge gebunden, deren wirtschaftlicher Wert eigentlich gering ist?

Wer diese Kosten transparent macht, erkennt schnell, dass die Optimierung der indirekten Beschaffung nicht zwangsläufig mit einer weiteren Preisverhandlung beginnen muss. Manchmal liegt der größere Hebel darin, für eine Bestellung bei einem neuen Anbieter gar nicht erst einen neuen Kreditor anlegen zu müssen.

Häufige Fragen zum 1-Kreditor-Modell

Was bedeutet ein 1-Kreditor-Modell?

Bei einem 1-Kreditor-Modell werden Beschaffungen bei unterschiedlichen Anbietern über einen zentralen Kreditor abgewickelt. Das einkaufende Unternehmen benötigt dadurch nicht für jeden tatsächlich genutzten Anbieter eine eigene Kreditorenbeziehung in seinen internen Systemen.

Für welche Bedarfe eignet sich das Modell besonders?

Besonders sinnvoll ist das Modell für kleinteilige, unregelmäßige und schwer planbare indirekte Bedarfe sowie für Bestellungen bei Anbietern, die voraussichtlich nur einmal oder sehr selten benötigt werden.

Wie entstehen die Einsparungen?

Der wirtschaftliche Effekt entsteht vor allem durch vermiedenen internen Prozessaufwand. Weniger Kreditoren müssen angelegt und gepflegt werden, Beschaffungsprozesse lassen sich standardisieren und verschiedene administrative Schritte müssen nicht für jeden neuen Anbieter erneut innerhalb des Unternehmens durchgeführt werden.

Ersetzt ein 1-Kreditor-Modell bestehende strategische Lieferanten?

Nein. Für Serienbedarfe, strategische Warengruppen und regelmäßig genutzte Lieferanten bleiben direkte Beziehungen und Rahmenverträge in der Regel sinnvoll. Das 1-Kreditor-Modell ist vor allem für den administrativ aufwendigen Long Tail der Beschaffung gedacht.

Pedlar bündelt Einmalbedarfe bei unterschiedlichen Anbietern über einen zentralen Kreditor und übernimmt die operative Abwicklung. Unternehmen können dadurch auch bei bislang unbekannten Lieferanten beschaffen, ohne für jeden einzelnen Anbieter einen neuen Kreditorenprozess im eigenen System aufzusetzen.

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